Jugendclub tritt das Erbe der Burschenschaft an


Eine der ältesten Burschenschaften im Altkreis Alsfeld dürfte die Zeller Burschenschaft (ZBS) sein. Bei ihrer Gründung hätte niemand daran gedacht, dass dieser Verein einmal so lange Bestand haben sollte. Im Gegenteil: "Das wird eine kurzlebige Sache, das hat nicht lange Bestand", war die vorherrschende Meinung im Dorf, als sich im Jahr 1961 die Kirmesburschen trafen und diesen Verein gründeten. Schon seit längerer Zeit signalisierte der Jugendclub Zell seine Bereitschaft, das Erbe der ZBS anzutreten.

Gründung Zeller Burschenschaft Vorige Woche war es soweit. In Anwesenheit von Ortsvorsteher Björn Müller trafen sich Alt und Jung im Dorfgemeinschaftshaus, wo Kevin Planz mit seinen Mitstreitern eine neue Satzung vorstellte. Danach bleibt der Name Zeller Burschenschaft erhalten und der Verein wird in das Vereinsregister beim Amtsgericht eingetragen. Zweck des Vereins ist die Pflege, Erhaltung und Förderung der Tradition, der Kultur und des Brauchtums. Nachdem die Satzung durchgesprochen war, erklärten alle Anwesenden ihren Beitritt zur Zeller Burschenschaft. Die bisherigen "Altburschen" bleiben eigenständig und ziehen sich aufs Altenteil zurück. Die anschließenden Neuwahlen ergaben folgendes Ergebnis: Vorsitzender Kevin Planz, sein Vertreter ist Christopher Köhler. Rechnerin wurde Stephanie Kornmann mit Vertreter Thomas Feldpusch. Schriftführer ist Thorsten Kelbassa, Pressewart Otto Ling.

Vorstand Zeller Burschenschaft Als Beisitzer wurden von den Altburschen Kurt Gemmer und Rudi Hoyer gewählt. Als Kassenprüfer fungieren Jens Becker und Kai Habermann. Kevin Planz teilte mit, dass als erste Aufgabe des Vereins die Durchführung der Zeller Kirmes vom 14. bis zum 16. März ansteht. Ortsvorsteher Björn Müller regte an, dass sich der Verein bei der Aktion "Sauberhaftes Hessen" am 15. März beteiligen solle, was einstimmig angenommen wurde.

Zu den Gründern der Burschenschaft zählten damals Norbert Müller, Rudi Hansel, Albert Riegelmann, Gerhard Caspar, Gernot Krögel, Manfred Rüger, Erich Heinrich, Karl Lachmund, Reinhold Hofmann, Rudi Rühl und Otto Ling. Schnell erkannte man, dass man außer der Kirmes noch andere Veranstaltungen für die Bevölkerung organisieren konnte. So wurden jedes Jahr Wanderungen durch die Zeller Gemarkung veranstaltet, die im besten Fall bis zu 150 Personen auf die Beine brachte. Aber auch die Orientierungsfahrten durch das Kreisgebiet hatten eine rege Beteiligung zu verzeichnen. Vereinsintern wird bis zum heutigen Tag ein Scheibenschießen an Himmelfahrt durchgeführt, man trifft sich zum Tontaubenschießen und Boßeln. Höhepunkt im Vereinsleben dürfte 1988 der Auftritt der Show-Band der 3. US-Armored Division mit 50 Musikern im Dorfgemeinschaftshaus Zell gewesen sein. Von den damaligen Gründern sind nur noch Rudi Rühl, Reinhold Hofmann, Karl Lachmund und Otto Ling dabei. Immer wieder sind neue junge Leute dazu gestoßen und haben so die Burschenschaft am Leben erhalten. Seit 1973 leitete Bernd Hofmann ohne Unterbrechung die Geschicke des Vereins.

(Quelle: Oberhessische Zeitung vom 07.03.2008)